ASV Dietenheim Aufhofen

Arbeitssieg in Uttenheim

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Auswärtsspiel in Uttenheim. Bereits im Vorfeld ist allen klar: Das wird kein Kindergeburtstag. Der berüchtigte Uttenheimer Erdäpflacker wartet, und erfahrungsgemäß tut sich unsere Mannschaft dort ungefähr so leicht so leicht wie Grebmers Kühe auf Glatteis.
Die Nervosität ist entsprechend hoch. Manche Spieler brauchen vor dem Spiel auf der Toilette gleich zwei TZS (taktische Zwischenspüler), andere setzen auf die bewährte Zuckertherapie, wie zum Beispiel Coach Chrie, der sich klassisch Zucker mit Cappuccino und ein Stück Kuchen vor dem Spiel genehmigt. Medizinisch fragwürdig, moralisch stabil.

Personell gibt es ebenfalls Besonderheiten: Simon Moro tauscht die Fußballschuhe gegen die Fahne und läuft als Linienrichter auf. Nach seinem „Eurogol“ bei den Altherren und einem Knie, das eher an einen Medizinball erinnert, bleibt ihm auch nichts anderes übrig – obwohl der Medizinkoffer in der Winterpause wegen seinem Knie extra mit WD-40 aufgerüstet wurde.
Da Elton nach seiner roten Karte gesperrt war, sollte heute auf dem linken Flügel Dietenheims Joey Jamie Oberschmied Vardy für ordentlich Tempo sorgen. Vermutlich hat Joey das mit dem Tempo aber etwas falsch verstanden – statt Tempo auf dem Platz gab es nur Tempo in den Stutzen. Seine Schienbeinschoner hatte er nämlich vergessen und kurzerhand durch zwei Tempo-Päckchen ersetzt. Kreisliga pur.

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Zum Spiel:
Uttenheims Platz zeigt sich wieder von seiner „besten“ Seite: staubtrocken und übersät mit Löchern. Der Platzwart bittet Volgger Jaki vorsorglich, nicht zu schnell zu sprinten – sonst verschwindet der halbe Platz in einer Staubwolke.

Wie erwartet übernimmt Dietenheim/Aufhofen von Beginn an die Kontrolle, während Uttenheim verteidigt. Allerdings passiert das Ganze in Zeitlupe.
Tempo und Rhythmus? Irgendwo verloren gegangen. Dabei hatte Coach Chri genau davor gewarnt.
Fehlpässe und Ungenauigkeiten prägen das Spiel, aber immerhin: Wir sind überlegen – in der Anfangsphase.

Dann ein Schockmoment: Dr. Hatla und ein gegnerischer Stürmer krachen mit den Köpfen zusammen. Beide müssen runter. Wenn Helfer Hilfe brauchen, ist Steinmair Joni zur Stelle – leistet Erste Hilfe und findet nebenbei noch Zeit, dem Schiedsrichter ein paar „freundliche“ Worte mitzugeben. Klassischer Joni.
Danach übernimmt Physio Gregi und kümmert sich um unseren angeschlagenen Doktor – auch wenn dieser sich nur widerwillig behandeln lässt und sich lieber selbst die Diagnose stellt.

Abwehrchef Dr. Christoph schraffl

Abwehrchef Dr. Christoph schraffl

Coach Chri reagiert und bringt erstmals nach seiner Verletzungspause Amplatz Peter. Gleichzeitig muss Atzi in die Innenverteidigung – eine Entscheidung, die nur einer kritisch sieht: Atzi selbst. Fortan ist sein gefährlichster Gegenspieler sein eigener Kopf. Auch einige seiner bekannten Selbstvertrauensposen vor dem Spiegel in der Halbzeit ändern daran wenig.

Atzwanger David

Atzwanger David

Kurz vor der Pause dann doch noch Fußball: Freistoß von Messner Dani, am kurzen Pfosten steht Joey Vardy goldrichtig und verlängert per Kopf ins lange Eck. 1:0 – unhaltbar und verdient.

Die größte Möglichkeit der Gastgeber in Halbzeit eins kommt per Standard: Ihr Innenverteidiger, gefürchtet für seine Freistöße, jagt einen Ball aus rund 30 Metern an die Querlatte.

Bei sommerlichen Temperaturen ging es mit einem knappen Vorsprung in die Kabine zur Halbzeitpause.

Direkt nach dem Wiederanpfiff zeigte Uttenheim seine Gastfreundschaft: Ein Rückpass aus der Abwehr gerät deutlich zu kurz und wird zur Einladung für Volgger Jaki. Jaki nimmt das Geschenkpaket dankend an und steht plötzlich allein vor dem Tor. Im Eins-gegen-Eins gegen den Torhüter bleibt er eiskalt und schiebt zum 2:0 ein. Nicht selbstverständlich – eine mannschaftsinterne Umfrage hätte wohl 90 % für „Jaki schießt daneben“ ergeben.PSX_20260323_202206

2:0 – eigentlich komfortabel. Eigentlich. Denn danach passiert das, was immer passiert: Wir hören auf zu spielen. Uttenheim übernimmt immer mehr die Kontrolle, gewinnt zweite Bälle und wir bekommen vorne keinen Ball mehr gehalten, unsere Defensive steht nun unter Dauerdruck.
Und so kommt es, wie’s kommen muss: 15 Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer. Langer Ball hinter die Abwehrkettte, Torhüter Manu Messner kommt entschlossen aus seinem Tor und schaltet dabei kurz in den „Jonny-Modus“ – lautstark und selbstbewusst brüllt er „MEIN!“ – bekommt den Ball aber nicht. Der gegnerische Stürmer ist einen Schritt schneller, lupft ihn geschickt über ihn hinweg, und der Ball rollt gemütlich über die Linie zum 2:1. Motorsega Hubbi (heute ausnahmsweise ohne Gelbe Karte) versucht noch zu retten, sägt aber statt des Balls fast das Tornetz durch.

Messner Manuel

Messner Manuel

Die Schlussphase: Nichts für schwache Nerven.
In den letzten Minuten drückt Uttenheim auf den Ausgleich, wir kontern – aber entweder zu hektisch oder zu ungenau. Cristiano „Ribul“ Ronaldo (CCR 7) – oft auch als Temu – Ronaldo bezeichnet, zeigt noch eine Glanzaktion, lässt mit einem seiner perverse-Elasticos seinen Gegenspieler stehen und flankt ohne Bedrägnis im Strafraum in die Mitte zum mitgelaufenen „Niemand“.

Auch der Schiedsrichter trägt immer mehr seinen Teil zur Unterhaltung bei. Unter anderem, als ihm eine Auswechslung zu lange dauert, pfeift er das Spiel einfach wieder an – während unser Spieler noch am Platz steht und der neue noch gar nicht drinnen ist. Regelkunde mal anders.

Irgendwann, als bei Coach Chri langsam der Zuckerpegel in den Keller sinkt und er plötzlich Joey Vardy mit Peter verwechselt – der eine mit Haaren bis zum Hintern, der andere komplett ohne – hat auch der Schiedsrichter genug gesehen und beendet die Partie endlich.

Fazit: Ein „hochklassiges“ Spiel der 3. Amateurliga: viel Krampf, viel Kampf und noch mehr Leid. Alles – nur keine Werbung für den Fußball. Ein Leckerbissen sieht anders aus. Das sahen auch die Zuschauer so, die teilweise schon kurz davor waren, auf der Tribüne einzuschlafen. Nach der starken Leistung gegen Wiesen die Woche vorher definitiv ein Rückschritt. Trotzdem kehren wir mit den drei vollen Punkten im Gepäck aus Uttenheim zurück.

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