ASV Dietenheim Aufhofen

Drei Punkte am Kirschta-Samstag!

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Nach unnötig hohen Niederlage in Mühlwald in der vergangenen Woche war am Samstag Wiedergutmachung angesagt.  Unsere Mannschaft wollte wieder zurück auf die Siegerstraße. Und wenn es schon um Wiedergutmachung geht, dann natürlich am besten zuhause, vor gut gefüllten Rängen am Kirschta-Samstag.

Zu Gast im Waldstadion war der SSV Pfalzen. Nachdem die Pfalzner im vergangenen Jahr keine Mannschaft gestellt hatten, war die neu zusammengestellte Truppe für uns eine kleine Wundertüte. Vor dem Spiel hatten beide Mannschaften sechs Punkte auf dem Konto, und dass Pfalzen durchaus Ambitionen hat, zeigte sich auch unter der Woche, als die Mannschaft im Pokal mit einem Sieg gegen Steinhaus sogar einen Gegner aus der 2. Amateurliga aus dem Bewerb werfen konnte. Einfach würde es also nicht werden.

Die Personalsituation war wieder einmal alles andere als entspannt. Die Liste der Verletzten, Angeschlagenen, Urlauber und sonstigen Verhinderten war erneut länger als die Getränkekarte beim Kirschta.
Für einen kleinen Hoffnungsschimmer unter der Woche sorgte Piffrader Gabse, Dietenheims ehemaliger Arjen Robben und mittlerweile eigentlich im Fußballruhestand. Plötzlich tauchte er wieder beim Training auf. Ob er tatsächlich gekommen war, um mitzutrainieren und eventuell über einen Rücktritt vom Rücktritt nachzudenken, oder ob es ihm doch eher um das Bier ging, welches Dejaco Domme in Hülle und Fülle mitgebracht hatte, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden.

Dejaco Domme - Vor dem Training schon alles gegeben

Dejaco Domme – Vor dem Training schon alles gegeben

Noch größer wurden die Augen der Zuschauer am Samstag, als Stadionsprecher, Altherren-Sturmtank und Stadtpolitiker Fischa die Aufstellung verlas: “Nummer 10: Lechner Isaak.”

Isi, im vergangenen Jahr noch beim ASV Stegen in der Landesliga unter Vertrag, hatte sich im Herbst des Vorjahres bereits zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit das Schlüsselbein gebrochen. Eigentlich fasste er danach den Entschluss, die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen. Das Verletzungsrisiko war ihm einfach zu groß. Aber irgendwie war die Lust auf Fußball dann doch größer als die Angst vor der nächsten Verletzung. Nachdem Isi heuer bereits immer wieder mittrainiert hatte, schlug am Samstag schließlich die Stunde des Comebacks. Bei der angespannten Personalsituation erklärte er sich kurzerhand bereit einzuspringen.

Lechner Isi

Lechner Isi

Philipp Parlare Reden und Marco Jobstreibizer gingen nicht gerade topfit in die Partie. Beide konnten unter der Woche verletzungsbedingt nicht trainieren, bissen am Samstag aber die Zähne zusammen und standen trotzdem in der Startelf.

Coach Chri hatte vor dem Spiel eine klare Ansage an seine Hintermannschaft: Nach den vier Gegentoren in Mühlwald sollte diesmal hinten die Null stehen.

Schiedsrichter der Partie war laut Stadionsprecher Fischer Herr Oberschmied Hannes. Dass auf dem Zettel allerdings „Assistente dell’arbitro“ und nicht einfach nur „Arbitro“ stand, sei ihm an einem Kirschta-Samstag verziehen. Das eigentliche Highlight der ersten Halbzeit war allerdings ohnehin nicht der Schiedsrichter, sondern das Wetter. Die Zuschauer nutzten die Gelegenheit, noch einmal ordentlich Vitamin D (und etwas Gerstensaft) zu tanken. Die Tribüne war erfreulich gut gefüllt und die Stimmung rund um das Waldstadion entsprechend bestens.
Auf dem Platz selbst war dagegen zunächst eher Schonkost angesagt. Ein paar harmlose Schüsschen hier, ein paar harmlose Pässchen dort. Viel spielte sich im Mittelfeld ab, wirklich gefährlich wurde es auf beiden Seiten nur selten. Die beste Chance, wenn man sie denn überhaupt so nennen möchte, hatte Philipp Parlare nach einem Eckball. Sein Kopfball ging allerdings doch ein gutes Stück über das Tor. Ansonsten war die Partie ausgeglichen. Pfalzen verteidigte kompakt, unsere Mannschaft fand offensiv nur selten die nötigen Lücken.

Mit einem gerechten und langweiligen 0:0 ging es in die Kabinen.

In der Halbzeitpause schien Coach Chri dann bei einem Spieler die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben. Cola-Rot-Dami hatte in der ersten Halbzeit nämlich eine “eher überschaubare” Leistung gezeigt. Gefühlt jeder zweite Ball landete beim Gegner, sodass man sich auf der Bank bereits fragte, ob Dami gedanklich bereits im Kirschta-Zelt unterwegs war. Nach der Pause war davon allerdings nichts mehr zu sehen. Dami zeigte plötzlich eine starke Leistung und war mitunter einer der Gründe, warum unsere Mannschaft in der zweiten Halbzeit deutlich besser ins Spiel kam.

Der andere Grund hieß Moro Simon. Moro, der mittlerweile ein stolzes Alter erreicht hat und nach praktisch jedem Training mindestens ein Körperteil reklamiert, wurde zur Halbzeit eingewechselt. Ob es an der Kirschta-Stimmung oder an der Tatsache lag, dass Moro in der Halbzeit von unserem treuen Fotografen Floriani Alex aufgewärmt wurde, bleibt offen. Möglicherweise war aber auch die obligatorische Ganzkörperbehandlung mit muskelwärmender Creme ausschlaggebend (Moro war wie immer von Kopf bis Fuß ordentlich eingeschmiert). Moro sprang in jeden zweiten Zweikampf als würde es sein letzter sein und gewann nahezu alle davon, holte Fouls heraus und brachte genau das in unser Spiel, was nach der Pause gefehlt hatte: Schwung, Aggressivität und Charakter. Kamikaze Moro Spiel eben.

Moro Simon

Moro Simon

Generell waren unsere Einwechselspieler an diesem Nachmittag bärenstark. Sie kamen alle sofort ins Spiel und machten dann am Ende als frische Spieler auch den Unterschied aus. Mit Oussama Zayani feierte ein neuer junger Spieler sein Debüt im Trikot des ASV. Oussama kommt von den Junioren des ASV Stegen und sollte an diesem Nachmittag noch für eine Szene sorgen, über die vermutlich noch länger gesprochen wird. Später kam dann auch noch Niedermair Mark zum Einsatz, auch er kommt von den Junioren.  Zwei junge Burschen also, die den Altersdurchschnitt unserer ansonsten doch eher erfahrenen Truppe zumindest etwas nach unten drückten.

Feierte sein Debüt für den ASV Dietenheim/Aufhofen: Zayani Oussama

Feierte sein Debüt für den ASV Dietenheim/Aufhofen: Zayani Oussama

Nach dem Seitenwechsel war unsere Mannschaft mittlerweile klar besser im Spiel und bestimmte das Spielgeschehen. Der Führungstreffer lag in der Luft.

Dann kam die Szene, die wohl noch länger für Gesprächsstoff sorgen wird.
Der wenige Minuten vorher eingewechselte Oussama bekam im Spielaufbau an der Mittellinie den Ball, legte ihn sich rund 30 Meter in den freien Raum und startete einfach durch. Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit zog Oussama im Sprint an zwei Abwehrspielern vorbei. Ein Sprint, welchen das Waldstadion vermutlich noch nie gesehen hatte. Damit nicht genug: Nach dem Sprint hatte Oussama auch noch das Auge für den in der Mitte goldrichtig stehenden Christian Tripodi. Die Flanke kam punktgenau, Tripodi musste nur noch den Kopf hinhalten. 1:0! Der Jubel im Waldstadion war riesig.

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Aber jeder, der unseren ASV kennt, weiß: Eine Führung in der Schlussphase bedeutet bei uns noch lange nicht drei Punkte. Zu oft hatten wir in der Vergangenheit in den letzten Minuten noch einen Gegentreffer kassiert und sicher geglaubte Punkte aus der Hand gegeben. Entsprechend stieg der Puls auf der Reservebank und auf der Zuschauertribüne mit jeder Minute und jeder Aktion. Für unsere Hintermannschaft galt inzwischen eigentlich nur noch ein Motto: Hoch und weit bringt Sicherheit.
Für Atzi offenbar nicht. Der entschied sich in der dritten Minute der Nachspielzeit rund 40 Meter vor dem eigenen Tor dafür, als Verteidiger ganz locker und lässig einen Tunnel zu versuchen. Der Tunnel ging die Hose, glücklicherweise auch der nachfolgende Konter des SSV Pfalzen. Wäre daraus tatsächlich der Ausgleich entstanden, hätte man Atzi vermutlich anstelle des Michls auf dem Baum aufgehängt.

In der 95. Minute bekam Pfalzen dann noch an der Strafraumgrenze einen Freitstoß zugesprochen. Während viele nicht mehr hinschauen konnten blieb Messner Manu im Tor cool und parierte den Ball problemlos. Dann endlich der erlösende Pfiff.
Schluss. 1:0! Die drei Punkte bleiben im Waldstadion!

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Ein spielerischer Leckerbissen war die Partie an diesem Nachmittag sicherlich nicht. Vor allem die erste Halbzeit war eher etwas für Fußballromantiker, die auch mit überschaubarer Action zufrieden sind. Nach dem Seitenwechsel zeigte unsere Mannschaft allerdings ein anderes Gesicht, übernahm zunehmend die Kontrolle und erspielte sich die besseren Möglichkeiten. Aufgrund der klaren Leistungssteigerung in Halbzeit auch nicht drei gestohlene Punkte.

Und vor allem: Die Null steht. Genau das hatte Coach Chri vor dem Spiel gefordert. Und genau dafür sorgte unsere Hintermannschaft rund um Innenverteidiger Winkler Hannes, alias Schronkn Hons. Gemeinsam mit seinen Abwehrkollegen hielt er die Pfalzner Offensive über 90 Minuten in Schach und ließ hinten nichts anbrennen. Aufgrund der Abwesenheit von Dottore Hattla, Volgger Jaki und Bianchi Manuel (dessen Goldfisch hatte Geburtstag) lief Hons an diesem Nachmittag zudem als Kapitän auf.

Schronkn Hons

Schronkn Hons

Bei Cola-Rot-Dami war es an diesem Samstag eine kleine Achterbahnfahrt. Nach seiner Leistungssteigerung in Halbzeit zwei kehrte er in der dritten Halbzeit wieder zu seiner Vorstellung aus den ersten 45 Minuten zurück. Dami war gedanklich offenbar schon längst wieder irgendwo anders und verschüttete an diesem Abend mehr Cola Rot als er tatsächlich trank.

Zum Man of the Match in Halbzeit drei wurde aber einstimmig Flutschig Gartner gewählt. Unser Avatar lieferte in Halbzeit drei eine derartige Leistung ab, wie man sie selbst beim ASV nicht alle Tage zu sehen bekommt. Gerüchten zufolge war Flutschig am Montagmorgen noch immer vom Samstag unterwegs und ging direkt arbeiten. Am Dienstag nahm er sich dann Urlaub.

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